stimulanzzirkel

3. August, Pont du Gard

Die Tage vergehen, Frankreich wird unser ständiger Begleiter. Andere Menschen, andere Kultur. Die Autos hupen uns nicht Mut zu, sondern von der Straße. Der Belag ist grottig, der Wind tückisch. Aber wir könnten den ganzen Tag fahren, das Wetter lässt es eigentlich zu, wir sterben nicht mehr vor Hitze, unsere Körper aber nicht mehr ganz so. Der Wind und eine Woche lang Fahrrad fahren, das schlaucht langsam. Manchmal schon ähnliche Gefühle wie auf dem Weg nach Girona. Auch das ist jedoch schließlich zu Ende gegangen.

Und zwar besser, als wir nach der Siesta erwartet hatten. Ein dicker Einkauf und dazu eine dicke Tüte; der nächste Park wurde unserem Abendbrot gewidmet.

Abendbrot in Girona

Saft, Brot, Belag, was will man mehr? Ein geklauter katalanischer Apfel, dazu die Füße im künstlichen See. Als wenn das mal keine Einladung an uns war: Verfügbares, relativ sauberes Wasser in großen Mengen und auch einigermaßen tief. Unsere Badewanne stand bereit.

Mir sollte eine Katzenwäsche reichen, denn ich habe dann doch Muffensausen bekommen. Alex hat sich natürlich an all den Leuten nicht gestört. Warum auch? Zwei kleine Jungs waren kurz vorher auch einfach so mal durch das Wasser gewatet. Ich nutzte die Gelegenheit, wenigstens mit meinen nassen Schuhen etwas produktives anzufangen und zeichnete eine Art Bild auf den Boden. reclaim the streets, die Stadt ist unser!

Noch immer ohne Wissen über unseren Schlafplatz fuhren wir einfach fort und ich verwickelte die nächstbesten Punks in ein Gespräch über Bars in Girona. Irgendwie mussten wir ja an Information über unsere Umgebung kommen.

In Girona gab es von ihrer Sichtweise her nichts, aber in einem Ort nördlich, genannt Pont Major, sollte es eine geben. Und Schlafen? „Keine Ahnung, Jugendherberge oder so. Naja, unser Englisch ist halt leider nicht so gut, sorry. Bis dann.“

Und da torkelten sie dahin…

Pont Major oder Wo sind hier die Bars, äh?

Tuckeln wir also weiter, nördwärts Richtung Figueres Und machen, schließlich sind wir ja auch irgendwie Touristen, noch eine kleine Altstadtbesichtigung. Und, voilà! Überall angenehme Bars und eine nette Fußgängerpromenade in dieser langgezogenen Minimetropole. Wäre dort auch nur ein einziger Geldautomat gewesen, ich hätte angehalten und mich entspannt.

Zu Alex Glück fand ich dann, komischerweise, keinen mehr und es ging weiter nach Norden. Endlich mal keine Berge mehr, endlich mal einfach nur geradeaus düsen. Wenn doch der Weg morgen nach Figueres auch so wäre, hmm. Die paar km können wir schließlich schon am Vormittag machen.

Schließlich erreichen wir also Pont Major und nachdem uns der folgende Ort wein wenig vielversprechend aussah, kehrten wir zurück und betteten uns in einem Park am Ufer in einer gemütlichen Senke.

Die Plane ausgebreitet, die Sachen plaziert, Essen gemacht. Die übliche Prozedur halt. Und wir segelten mit orangensaftigem Luxus hinüber ins Reich der Träume.

ein elektronisches experiment. spätfolgen für's nervensystem nicht ausgeschlossen!