stimulanzzirkel

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This article was written on 05 Sep 2011, and is filled under out of time.

Normal, oder?

“Tout le plaisir était pour moi.”

“Ich darf trotzdem sagen, dass ich deinen Besuch schön fand.”

So verabschiedeten sich gerade Menschen, die sich über Ecken und Kanten aus Rostock,
Berlin und Dresden kennen und sich einmal wieder, in Strasbourg/Alsace, begegneten.
Einfach so.

Einige befinden sich nahe dem Ende ihrer Reise, andere ganz am Anfang.
Manch eine ist nur mal eben über eine Grenze gehüpft.

Seitdem es, dank Schengen, keine innereuropäischen Grenzen mehr gibt,
ist das Reisen hier schrecklich langweilig geworden:
Ohne Kitzel, ohne Verve, sodass man eigentlich besser daran ist,
zu Hause zu bleiben und Europa online zu erfahren.

Tickets besitzen, behalten, begreifen.
Verkaufen, verschicken, versichern.
Verlieren, verlegen, verschlampen.
Und stolz darauf sein.

Sich verlieben. Verliebt zu sein.
In Sehnsucht die Ferne begrüßen.

Wir verloren unsere Köpfe in unzähligen Untiefen sprachlicher Dissonanz und französischen Augen-Blicken, verstanden uns trotz alledem und gaben uns den Genüssen Bacchus’ hin. Die Kilometer rauschten unter unseren Füßen davon. Ein nur allzu häufig wiederholtes Schauspiel. Und jedes Mal ein völlig anderes.

Wir sangen, wir tanzten, wir weinten vor Freude und Glückseligkeit. Der urbane Nebel Berlins sedimentierte mit der Zeit am Rande unserer Vorstellung und ließ den ungetrübten Blick frei über die Schönheit menschlicher Vielfalt gleiten.

Wir gewannen erneut Zuversicht in solche ureigensten Bestrebungen, die uns auch in die Stille begleiten, und beobachteten Myriaden von Humanameisen bei ihrem austauschbaren Gewusel.
Oder doch nicht? Ist da vielleicht doch etwas? Eine Lücke für kreative Freiheit und den Ort in dem Moment?

Demut. Rückzug. Sanftheit.

Freundlichkeit und Offenheit.

Neu in dieser Stadt.
Alles bereits vorhandene spricht,
aber nur die Leere wirklich ruft.

Urlaubsmelancholie…

wie ein sanfter Morgennebel im Tal des Alltags.
langsam wischt sich der Dunst aus den Augen,
ein neues Verständnis von Verständnis breitet sich aus.

Kommunikation ist eben doch nur Übungssache,
ganz zu schweigen von Problemen, die gar keine sind.

Wie eine Serpentine windet sich das Leben auf und ab,
doch der Berg erscheint noch mächtiger aus dem Tal als von oben; gemeistert.

Lehren aus der Leere: Grenzen sind Übergänge und als solche zu behandeln:
offen; Überraschungen erwartend.
Wie liebliche Berührungen in unbekannten, neuen Momenten.

Orte sind so austauschbar und doch speziell.
Alles läuft, als wie woanders und eben doch anders.
Es sind die kleinen und doch wesentlichen Dinge, die den Unterschied machen.

Wie der kleine Schritt vom Grübeln zur Zufriedenheit.
Oder nicht?! Doch.

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