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This article was written on 28 Sep 2010, and is filled under out of time.

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Menschlichkeit

“Ich behaupte […], dass die wissenschaftliche Expansion nichts Menschliches hat. Vielleicht ist unser Gehirn nur der provisorische Träger eines Prozesses der Komplexitätssteigerung. Es würde sich also nur noch darum handeln, diesen Prozess von seinem bisherigen Träger abzulösen. Ich bin überzeugt, dass Sie [als Wissenschaftler] gerade dabei sind, dies zu tun, Informatik, Genmanipulation, Physik, Astrophysik, Robotik – diese Disziplinen arbeiten schon an der Aufrechterhaltung dieser Komplexität unter Lebensbedingungen, die vom Leben auf der Erde unabhängig sind. Aber ich sehe nicht, was daran menschlich ist, wenn man unter >menschlich< Kollekive mit ihren kulturellen Traditionen versteht, die sich seit bestimmten Epochen in bestimmten Gegenden dieses Planeten angesiedelt haben. Dass dieser >a-humane< Prozess neben seinen destruktiven Auswirkungen auch einige positive Nebeneffekte für die Menschheit haben kann, daran zweifle ich keine Sekunde. Aber das hat nichts mit der Emanzipation des Menschen zu tun.” (Lyotard 1988)

2 Comments

  1. HARRY
    2. October 2010

    hach, weclch eingeschränkte Sicht…

    ist es dem Menschen nicht eigen, Wissen zu schaffen; Dinge in Verbindung zu setzen und reproduzierbar zu machen, eben Wissenschaft?
    Ist es dem Menschen nicht eigen, Dinge in seine Gewalt zu bringen, unter Kontrolle zu haben und neue Erekennisse zu sammeln, die einem diese eben ermöglichen?

    aber nur eben so am Rande…

    Paul

  2. Jon
    8. October 2010

    Verrückt, ich wollte mich aus dieser Diskussion ja eigentlich heraushalten, aber soeben stolpere ich bei den Recherchen für mein lustiges Essay gerade darüber:

    “Die »Metaerzählungen«, von denen im Postmodernen Wissen die Rede ist, sind das, was die Moderne ausgezeichnet hat: progressive Emanzipation von Vernunft und Freiheit, progressive oder katastrophische Emanzipation der Arbeit (Quelle des entfremdeten Werts im Kapitalismus), Bereicherung der gesamten Menschheit durch den Fortschritt der kapitalistischen Techno-Wissenschaft…“ (Lyotard 1986, in: Engelmann 2007 : 49)

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