stimulanzzirkel

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This article was written on 12 Mai 2010, and is filled under out of time.

Auszug

Im Folgenden werde ich also versuchen, erneut einzutauchen, an Worten entlangzugleiten und so Satz um Satz, quasi Welle für Welle ein neues Schaukeln im Hintergrundrauschen partikularer menschlicher Existenz anzuregen. Puh.

Doch kann nie ohne Anstoß geschaukelt werden, nur welchen jetzt aufnehmen?
Alt-Glienicke ist schonmal von vornherein disqualifiziert, da ich in Altglienicke aufgewachsen bin. Falls du da aus Weißensee es trotz der fiesen Kindergärtnerin mal aus Berlin oder Deutschland rausgeschafft hast, so kennst du Altglienicke vielleicht von der S-Bahn-Fahrt nach Schönefeld. Andererseits liegt der S-Bahnhof (wie einige in Berlin) nicht in dem Ort, den sie bezeichnen, sondern an einer Grenze zu einem Anderen Ortsteil. Abschweifen war nie schöner. Wie du siehst, ist es mir schon jetzt hervorragend bis gar nicht gelungen, den Punkt nicht aufzunehmen, nicht drauf einzusteigen, die Kommunikation nicht anzuschließen.

Aber vielleicht wäre es ja ein Weg, nicht mehr zu kämpfen.
Keinen Krieg zu führen. Das klingt nach Aufgabe, doch meine ich es wie folgt (zugegeben beeinflusst durch sozialwissenschaftliche Tageserkenntnisse):

Wenn Herrschaft immer die Herrschaft der Männer war, wenn Herrschaft immer Kontrolle bedeutete, wenn Männer also immer als planende und rationale Akteure auftraten (dahingestellt, ob sie es waren), wenn sich die Kontrolle nicht nur in der Unterwerfung ganzer Völker, gar des ganzen Planeten und seiner Natur äußerte, sondern auch und gerade in der Kontrolle eines Selbst, also in dem Sieg über sich selbst, so frage ich, ob nicht mehr zu kämpfen, nicht mehr gegen sich selbst zu kämpfen, der erste Schritt in eine herrschaftsfreie Welt ist.

Ob diese dann gut oder schlecht wäre… diese Frage stellt sich aus moralischen Gesichtspunkten nicht mehr.
Oder braucht es Moral auch ohne Herrschaft?

Eine Erläuterung brauche ich noch:
Mit der Absage an den Kampf mit sich selbst meine ich eine Überwindung statt einer Aufgabe.
Durch die Schulung der Auseinandersetzung des Ichs mit seinen Wirren, seinen Widersprüchen und seiner Inner- und Äußerlichkeit, kann erkannt werden, was mensch wirklich will, oder wie es ein skurriler Typ in einer Trainingspräsentation für Mittelständler sagte: „Niemand muss heutzutage mehr irgendetwas machen, dass er nicht will also findet, was ihr wirklich machen wollt und macht das dann“

Womit wir wieder sowohl bei der Multioptionsgesellschaft als auch bei deinem Strukturalismus wären.
Hm. Nur zwei Anmerkungen dazu:
1. Ist es schön, sich Bilder aufzubauen vom Leben, dass man nie führen möchte, um, sobald man exakt dieses Leben führt, unglücklich, niedergeschlagen und ausgebrannt zu werden und sich vor sich selbst als gescheitert abzustempeln – was mir insgesamt sehr kontraproduktiv vorkommt (und der herrschenden Institution des Kampfes mit sich selbst entspräche!)
2. Finde ich es viel bemerkenswerter, wenn Menschen in fortgeschrittenem Alter eben jenes mediokres Leben führen – und sich trotz Reflexion pudelwohl fühlen.
3. Glaube ich nicht, dass es so einfach ist á la Durchschnitt => Abi => Studium => Soziologie.
Dem Menschen Freiraum lassen und trotzdem noch etwas erklären zu können, das wär mal nett.
Klar prägen uns Strukturen, aber meine Eltern zb haben beide kein Abi und alle vier Kinder studieren oder haben schDi

(an dieser Stelle versagte der Akku)

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