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This article was written on 04 Jun 2009, and is filled under out of time.

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Was hat das alles mit Geographie zu tun?

Trarrie, trarra, die Post ist da!

Soviel ist schonmal sicher. Und über alles andere lässt sich streiten.

Wir finden uns wieder an einem Punkt, der so oder so ähnlich schon häufig in der Geschichte auftauchte und auch in Zukunft wieder auftauchen wird und welcher es deshalb immer wieder nötig machte, voraus- und zurückschauend die Welt zu betrachten, um sich in ihr zu verorten.

Ich spreche von der Gegenwart, diesem flüchtigsten aller Zustände, diesem Prozess der Konstitution des Bewusstseinsstroms; dem Moment. Nur von ihm können wir wirklich Sprechen. Nur in ihm sind wir. Behaupte ich. Und doch gestattet es uns unsere Ausstattung, uns von diesem Moment zu lösen, ihn zu überwinden, um uns gedanklich an andere Orte zu anderen Zeiten zu bewegen. Doch bleiben wir dabei stets hier und jetzt.

Was mir wiederum bedeutet, dass eben in diesem raumzeitlichen Moment alles bereits enthalten ist, worauf wir unseren Fokus, unser Bewusstsein, von mir aus auch unsere Aufmerksamkeit richten können. Aus dem raumzeitlichen Moment wird der raumzeitliche Moment. Nur müssen wir die Fertigkeit besitzen, eben genau das Bestimmte sehen zu wollen, sonst bleibt es unseren Augen verschlossen.

Nur woher kommt dieses Wollen? Woher das Wissen von etwas, das wir wahrnehmen können? Fürwahr, für wahr nehmen können. Womöglich ist das unsere Freiheit, uns zu konstruieren, was wir möchten, um durch Versuch und Irrtum den richtigen Weg zu finden, der uns zu unserem Ziel führt. Wobei aber das Augenmerk auf dem Beschreiten des Weges liegen zu bleiben hat. Das Ziel verkommt zum Mittel zum Zweck, verliert ja selbst jeglichen Zweck, der das Verfolgen einer Spur ist. Als Mittel dient es uns nur, grob die Richtung festzulegen, in welche wir voranschreiten, jedoch vermag diese nicht festzulegen, welchen Weg wir wählen, sollten wir an einen Scheidepunkt geraten.

Genau dort überlassen wir es unserer Intuition, womöglich auch dem bewussten Abwägen einzelner Wahrnehmungen, die uns die Entscheidung erleichtern; doch anders verfährt auch die Intuition nicht. Nur die Kategorien sind andere – eine Entscheidung wird auch getroffen.

Wenn aber nicht von dir, dem Subjekt, dann von der in dir angesammelten und durch dich repräsentierten Information, die dich auf deinem bisherigen Weg prägte. So stehst du, gänzlich entsubjektiviert, und doch Subjekt (!), vor einer Entscheidung und weißt gar nicht warum, aber du fällst sie. Von jetzt auf gleich ist sie da. Du weißt es schon längst, brauchst gar nicht lange fackeln.

Der Raum als Informationsträger jeglicher Art, als Feld gefüllt mit Bedeutungen, womöglich sogar anderer Räume, und du selbst bildest ebenso einen, verschachtelt verbunden mit allem, was dich umgibt. Zeige mir die Grenze, die dich von deiner Umwelt trennt, von ihr unterscheidet, und ich glaube dir, dass du ein Ego hast, ein Subjekt bist und dich Ich nennen darfst. Bis dahin bleibt meine These unberührbar.

Ich möchte nicht an den Grundpfeilern unserer Erkenntnis rütteln, denn ebenso, wie Buddha die Illusionshaftigkeit der Welt anerkannte, machte sich auch Platon Gedanken in Form seines Höhlengleichnisses von der Welt und den Ideen. Was mir vorschwebt ist kein Antreten verschiedener Schulen gegeneinander, sondern ein einvernehmliches Verschmelzen unterschiedlicher (!) denkweisen, anerkennend, dass sie im selben Ursprung quellen.

Es gibt das Subjekt, da wir es konstituieren. Es gibt auch das Paradox, da wir es wahrnehmen. Es gibt auch Kriege und Hunger, da wir sie als solche bezeichnen, um gemeinschaftlich handlen zu können. Doch bisher, in klassisch westlicher Sichtweise, unterscheiden wir Phänomene voneinander, um mit ihnen als geschlossenen Entitäten arbeiten zu können. Die Abgrenzung erzeugt einen eigenen Sinn, der das Beobachtungsobjekt erzeugt, doch zeigt mir die Geschichte, dass gerade mit dieser Ignoranz soviel Leid erzeugt wurde.

Warum nicht eine fraktale Verschachtelung, Verschränkung (Denkt an die Bilder der Sprache, welche Begriffsräume sie öffnen!) der Gegebenheiten annehmen, um auch dem kleinsten Chaos Bedeutung und, was viel wichtiger ist, Handlungsspielraum und somit Freiheit zu schenken.

Das Große ist bedeutsam und wirkmächtig: Staaten, supranationale Unternehmen, Denkströmungen, von mir aus auch ein Meteorit, der ganze Lebensformen auszulöschen vermag.

Das Kleine jedoch nichtsdestoweniger: die erste Zelle in der angenommenen Ursuppe, ein Funken Hoffnung, der uns Überlebenswillen in unmenschlichsten Zeiten spendet, eine Schneeflocke, die den Ast zum Abbrechen bringt.

Unzählige Beispiele ließen sich noch für jede Kategorie finden, noch weitere unzählige Kategorien zwischen den Extrema, und doch würden sie alle vom Selben sprechen: der Welt, dem Bewusstsein von ihr, und damit von uns und unserem Ideenreichtum, den wir doch nur aus der Welt entlehnen.

Wie aber von unterschiedlichen Größenordnungen sprechen, ohne zu hierarchisieren, also nachträglich eine Struktur zu oktroyieren? Bei dem bleiben, was ist, und die Welt sich selbst die Ordnung geben, die wir im Stande sind, anzuerkennen.

Und wenn ich von der Welt als Gaya träume, als einem gesamten lebenden Organismus, der sich selbst ein globales Bewusstseinschaft, erschaffe ich damit nicht Gaya, indem ich nun Anzeichen, Spuren von diesem gesamten lebenden Organismus der Welt finden werde, Spuren eines globalen Bewusstseins?

Und nur mit der Ruhe. Jede Idee braucht ihre eigene Zeit, auszureifen.

Und vielleicht, eines Tages, werden wieder einige von uns Menschen, wie in den Zeiten der alten Mythen, als Götter über die Erde wandeln und mit dem bloßen Wort Berge versetzen. Jedes Wort angefüllt mit Bedeutung, befreit von Nichtsinnhaftigkeit mit einem wahren Bekenntnis zum Sein aller Möglichkeiten. Das Gebrabbel der Massen wird als Rauschen unter den wahrhaftigen Stimmen versiegen.

Auf die Hoffnung!

http://www.heise.de/newsticker/Der-Trend-geht-zum-Teilen–/meldung/137958

jon

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