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This article was written on 03 May 2009, and is filled under out of time.

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remodernisierte postmodernitätsmythen – eine polemik

Die gelebte Kultur der Moderne macht’s wie der Kapitalismus, wenn sie überhaupt von einander zu trennen sind, und verleibt sich jegliche Kritik auf die eine oder andere Weise ein. Jüngst geschehen und gesehen mit der Postmoderne – schwuups, dient sie der Moderne als Methode, sich selbst neu zu formulieren und zu reflektieren und schafft es selbst, das Spannungsfeld zwischen den verfeinerten Erkenntnismodi “postmoderner Märchen” und konstituierenden wie konstituierten Wahrnehmungsmodellen als Argument für die eigene Lebensfähigkeit zu missbrauchen.

Und doch sehe ich ganz prophetisch einen call for change in der Welt. Was ist dieses ausgedrückte Bedürfnis nach einer Veränderung, die doch stets bei uns ist? Sogar das Klima wandelt sich schon. Oder auch nicht.

Eben träumt einer vom Weltuntergang, dann wieder die Menschheit in 10.000 Jahren. Und ein neues Bewusstsein haben wir dadurch noch lange nicht gewonnen. Wohin also mit all unserer Kreativität?

Zurück zu den Urgründen des Seins.

Wenn ich beginne, in einen Kanon einzustimmen, der schon von zu vielen Scharlatanen getragen wird, zähle ich mich dann auch gleich zu jenen? (2012)

In welcher Verfassung sich unser Planet zu gegebenen Zeitpunkten befindet, mag mittlerweile unerheblich erscheinen in einer ebenso non-linearen Lebenswelt. (Denn das Öffnen von Kategorien, unserem Schatz, ermöglicht auch gleich wieder ihre Negation.) Warum diese Veränderung des Geistes nicht schon jetzt und hier.

Ankommen im Moment und Erkennen der eigenen, möglichen Verantwortungsnahme für eine gemeinsame Zukunft.

Wie diese Auszusehen hat, und das ist vielleicht einmal wieder modern, entscheidet fortan jeder selbst, nur mit erweiterten Rechten der anderen, mir den Gar aus zu machen, sollte ich es übertreiben. Selbstregulation als entscheidender Faktor – nur blöd dass dieser bereits auf globaler Ebene Anwendung findet im Umfeld internationaler Gruppierungen.

Es kann keine Handlungsanweisung sein, was geschrieben wird. Diese ist vielmehr im “white space” des Schriftraumes zu suchen, in den Fragen, die sich ein Leser stellen kann:

  • Wovon spricht der Text nicht?
  • Was wird nicht artikuliert, aber gemeint?
  • Wie kann ich das Gesagte für mich verständlich machen? Welche Ähnlichkeiten zu eigenen Gedanken(-mustern) finde ich?
  • Welches Begriffskontinuum betritt der Text? Welchen Teil der von mir verstandenen Realität bildet er augenscheinlich ab?
  • Wie sind die Lücken zu erreichen?

Es kann nicht angehen, dass unsere Wahrnehmung darauf trainiert wird, zu unterscheiden und immer wieder neue Kategorien zu öffnen; vor den Begriffen zu flüchten. Lasst uns bei dem Wenigen bleiben, das wir gemeinsam zu verstehen wagen, um ihm eine Form zu geben und Einheit im Widerspruch zu beleuchten.

Die Differenzen sind noch nicht zu Ende. (gedacht?)

Wir stürzen uns mit solcher Vehemenz in unsere Lebenswelten, dass wir vergessen uns den Geist wach und offen zu halten für neue Möglichkeiten. Die Eingebungen, Ideen, Impulse, Bilder, Ahnungen, Wünsche, Hoffnungen und Möglichkeiten der persönlichen Umentscheidung erlebt jeder jeden Tag. Wir müssen das Neue nur erkennen wollen, dann wird es sich schon von selbst hervortrauen aus seinem schüchternen Versteck.

Scheu ist die Utopie, so fern jeder Realisierung, dass sie manchem nur wie ein dünner Nebelhauch erscheint, kaum merklich auf der Haut. Doch Wohl und Verantwortung dem, der sie vermag zu nähren und zu pflegen zu bisher ungedachten Mustern andersartigen Handelns in doch ganz gewohnten gewöhnlichen Umgebungen. Der Reiz und die Tücke liegen im Detail: Vermögen wir die Stärke aufzubringen, unserer vagen Intuition permanent zu lauern, ob sie sich regt? Lesen wir sie nicht mitunter dann bald in die Welt hinein? Wie ist das Maß beschaffen; welche Reaktionen bekomme ich von der Umwelt auf meine Entwürfe?

Und wie sehr dürfen mich die Subjektprodukte, einer tradierten Ordnung entsprungen deren Tradition es ist, traditionell zu sein, in meinem Sein behindern? In Form von Reibung an der Welt, der üblichen Disharmonie der Differenzen. Selbst im Bejahen dieser Disharmonie liegt die Macht der Nivellierung der Unterschiede, der Aufhebung der Gegensätze, der Auflösung der Differenzen. Da jeder Kontext seine Existenzberechtigung hat, vermag sich stets ein Quentchen Information wahrzunehmen, welches möglicherweise auch in anderem Kontext seine Wirkung entfalten kann.

Nutz deine Talente! Erschaffe neue! Probier dich aus!

Es mag vielleicht Denkstrukturen geben, die in ihrer Radikalität ihresgleichen suchen und damit auf nichts anderes hoffen dürfen, als auf den Tod. Alles weitere besorgen zufällige Resonanzen mit den anderen, noch unbekannten Bewusstseienden und führen auch zu nichts anderem. Immer wieder am Ende nur eins: der Tod.

Ich möchte über Wörter sprechen. Altertümliche Formulierungen des mechanisierten Wahnsinns, die metaphorisch Einzug in unsere Sprache gefunden haben, gehören eingedämmt. Dies ist kein Versuch eines Wörterbuchs:

entwickeln (als sei der lauf der geschichte schon auf einer rolle aufgewickelt) | entfalten (aber im mehrdimensionalen sinne von gedankenräumen, nicht stur dreidimensional gedacht, bsp hyperkubus, den man zu sechs würfeln auffaltet – es gibt eine singularität, und sie speist als quelle alles, was aus ihr folgt)

ich weiß | ich bilde mir ein zu wissen

Die Hypothetik der Welt darf nicht verloren gehen im alltäglichen Sprachgebrauch, muss vielleicht überhaupt erst mal wieder dorthin verfrachtet werden. Im Sanskrit z.B. sei wohl eine gewisse Hinduistische Grundbildung semantisch inhärent. Welche Grundannahmen von der Welt manchereiner mit jedem Wort und Atemzug von sich gibt, geht schon auf keine Kuhhaut mehr. Kein Wunder, dass so viele permanent gestresst sind, unzufrieden mit der Welt und sich. Stress als Hormonreaktion auf lebensbedrohliche Situationen – schön und gut. Aber sozial induziert? Das braucht kein Mensch.

Noch erscheint mir selbst zu abstrakt, was hier steht. Es sei als weiterer Anfang zu sehen. Womöglich folgen eines schönen Tages Gedankenexperimente oder Beispiele, die etwas bildlicher davon sprechen können, was radikal anderes denken impliziert.

Hier nur ein paar Fetzen als Appetizer:

“Begriffe am Körper”, “Anatomie aus Sprache”, “metaphorische Anatomie”

tiefergreifendes Verständnis der Beziehung zwischen lautlicher und körperlicher Sprache [Kontext: Das Nicht-Denken Denken, vorsprachliches Bewusstsein (“Ein Denken, dass am Urgrund des Bewusstseins ansetzt.”), Vokabular der feinen Bewusstseienden, zelluläres Bewusstsein, fraktales Denken

interintratranssubjektive Emergenzen, Replikat unzählbarer Prozesse, unbenennbare Kausalitäten (da noch nicht entdeckt)

Generell viel zu oft gefordert: Vokabular der Bewusstseiendenwissenschaft. Denn Bewusstsein IST NICHT vom Körper zu trennen. Vielmehr transzendiert es diesen zwar augenblicklich, bezieht ihn jedoch immer mit ein. Er meldet sich als erster, wenn etwas nicht stimmt. Vielleicht finden die bisher so unauffindbaren, nicht-beobachtbaren Bewusstseinsregungen, die man für eine Beschreibung ihrer selbst benötigen würde, ihren Ausdruck auch stets am Körper? Den meisten fehlte dann nur das Sensorium, sie wahrzunehmen.

Oder wir waren bisher zu stolz, uns das einzugestehen. Dass wir schon längst wissen, wer unser Gegenüber ist, uns zumeist jedoch von ihm abgrenzen wollen. Um Autonomie zu erlangen, damit aber eingesperrter leben müssten, als würden wir uns diese Selbsteinkerkerung bewusst machen, sie dadurch überwinden und wahre Autonomie gewinnen.

Dieses Wissen, das keine Begriffe kennt, bereitet häufig Unwohlsein. Was, außer den benennbaren Dingen, sollte denn da noch sein?

Wie erwähnt man die komplexen Aktionen eines Nervensystems, um eine Kontaktkugel zu balancieren, ohne von ihr zu sprechen? Wie lernt jemand aus bloßer Beobachtung?

alles außerkörperliche Wahrnehmen – in eigene körperliche Wahrnehmungen transformieren (“Das, wie ich die Dinge sehe, ist es das, was du meintest?” – in die eigene Sprache übersetzen/nachmachen, feedback einholen, korrigieren) – damit umfassend abrufbar und zueigen gemacht (Körpergedächtnis; wobei auch der G.-Begriff einer Transformierung bedarf: Geschichtlichkeit im Sinne einer Verfasstheit in mehrjahrhundertiger Verantwortung nach vorne wie nach hinten, dabei jedoch nur Repräsentant verschiedenster pansubjektiver Einflüsse [pansubjektiv meint hier lebende wie tote Personen] in einem Konglomerat – dem Ich)

— wenn diese Wortzahl jetzt in meiner Hausarbeit stünde, hätt’ ich bereits die Hälfte beisammen, deswegen will ich es hierbei belassen.

Wünscht mir viel Glück, dass ich das schaffen kann!

Es grüßt,

jon

(der sich ein wenig fragt, wieso sein name ich hießt: Io, Yo – man denke an den Satz: Io sono Jon. Verblüffend, nicht?)

One Comment

  1. foucaulista
    10. May 2009

    erweiternde verwirrung und zufallende verwandlung, foucaulista und die alphamädchen

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