stimulanzzirkel

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This article was written on 31 Jul 2009, and is filled under out of time.

Ich, ich, ich, ich – und Du so?

Wahrheitsliebe oder Wahrheitsgeliebte?

Dichter, Denker, aber auch Menschen zerbrechen sich den Kopf, das Hirn, den Bregen, was es nun ist, was sich da im Hinterstübchen abspielt.

Denken – ein Begriff, der beschreibt, dass ich mir Gedanken, ähh… Informationen aus meinem bisherigen Wissensstand über ein (un)bestimmtes Thema mache, vielleicht neu verknüpfe – schon ist der Fehler geboren. Neu aus altem Wissen? Ist das dann noch Wahrheit? Muss ich sie dann noch empirisch oder an der Wirklichkeit erproben, wenn’s doch nur alte Gedanken2.0 oder besser 1.1 sind?

Schon wenn ich aus meinem Wu(r)st an Pitfomatzjonen irgendetwas heraus krame, kann ich mir sicher sein, dass es meine Gedanken sind, die ich irgendwann aufgenommen habe und zwar durch mich, für mich und dann wieder durch mich und für mich heraussuche. Ein kleiner Glücksspielautomatengreifarm, der im Plüschland wild um sich greift, auf Befehl meiner selbst. Hie und da einen Brocken fischt und ihn dann zum Besten gibt. Leicht gequetscht, weil ich meist nur Zeit habe diesen einen Teddy auszusprechen oder wayne interessiert’s, wann ich diesen greifbaren Geistesblitz, der ja an sich schon unantastbar ist, unter welchen Umständen (vollständig?) in mich aufsog, um ihn nun der geneigten Zuhörerschaft zu vermitteln – und das dann noch mit eigenen Worten…

Hach ich könnt‘ das ewig so weitermachen. Aber so viel Geduld hab ich nicht mir selbst beim Schreiben zu zuschauen.

Fucked ist, dass jeglicher Gedankengang einmalig ist. In mir, in dir und mir nichts, dir nichts anderes sagt, als was man sich selbst dazu denkt. Somit wird eine Aussage, welcher Art sie auch sei, stets eine eigene Intention, einen eigenen Weg und wer’s glaubt, sogar ein eigenes Ziel haben. Hernach ist, wie ’s scheint, Jegliches sein eigenes, ob’s nun auf, bei, drüber, (…) oder zwischen einem oder zweien steht, sitzt, pisst oder fluktuiert.

Hm.. und wozu der ganze Spass?

Eher aus Spass an der Freude. Wer meint, Bilder erzählen zu können oder Prosa malen zu dürfen, soll es machen, weil es geht, manchmal nur im eigenen Zwischenstübchen, aber es geht – so wie es möglich ist einem Philosophen zu verstehen oder auch gern einem Papst zu glauben. Jeder kann sich doch da seine eigene Bild zusammenmeinen.

Die eigentliche Kernfrage ist doch dann gestellt, wenn nach all meinen Erläuterungen der mir gegenüber meint:
„HÄH?“
Dann liegt’s entweder an meinen Äußerungen, die ich nicht verständlich herüber zu bringen weiß, daran, dass er mich nicht versteht, weil er den Kontext nicht kennt oder schlichtweg daran, dass Wahrheit doch nicht vorhanden ist, da wie sich in beiden Fällen oder auch gern an anderen Beispielen, die ich ausließ, zeigt, dass Interpretationen genügend Spielraum lassen, einen Ball rund erschienen zu lassen, der ins Eckige fliegt, ein Wort unsichtbar meinen Amboss auf den Hammer fallen lässt (oder war’s verkehrt?), aber ein Oszillograph oder Abbilderscheinungsmaschinchen selbige in anderem Licht erscheinen lässt, nämlich in anderem und sogar in bunt, wenn denn der Betrachter es so will.

Aber kommen wir nun zu etwas völlig anderem.

Eben oben Genanntes wird auch dann nicht verständlicher, wenn ich es vor drei Minuten geschrieben hätte oder gar in einem satten, kräftigen Rot auf einem kräftig rot scheinenden Hintergrund abgelichtet hätte. Es ist, bleibt und war sogar in dem Augenklick individuell, als ich es schrieb oder besser auf meinen Tasten aufdrückte. Auch die Liebe, mit der ich es abstrakt versah, war und ist allgegenwärtig, nur wird sie sich einem Menschen nicht zeigen, der nicht zwischen den Zeilen lesen, gar nicht lesen kann oder die Zeilen nicht liest. Aber das Gesagte ist gesagt, die Meinung gemeint und dennoch nicht vorhanden, es sei denn, man will es so. Idee bleibt Idee, bleibt Idee und äh… bleibt Idee.

Somit kann man sagen, lesen oder kacken was man möchte, das Problem ist immer noch, solches, dass der Gegenstand, den man behandeln oder durchdenken möchte, für jeden anders erscheint, egal ob’s Aussagen von Platon, Heisenberg, Äsop, Nobel, Ochsenknecht, Matz, oder dem Eunuchen Nophretetes sind. Ein Phänomen, wie der aufmerksame Großbuchstabenfetischist bemerkt hat, bleibts allemal, da auch in der größten kleinen Lüge ein Fünkchen Wahrheit steckt. Wahrheit ist eben doch nur ein Wort, das entlehnt, übersetzt, verkrakelt, und neu erfunden worden ist und eben von mir benutzt.

Bleibt zu klären, ob die Sprache, mit der wir kommunizieren, das einzige Medium ist, welches eben jenes, was sich in unserem Kopf oder Rückenmark abspielt, auch auszudrücken vermag, selbst wenn sie universell wäre. Wobei wir wieder am Anfang der Geschichte sind und uns fragen müssen, ob eine Philosophie eines Gegenstandes auch die gleiche bleibt, wenn ich sie einem Tauben aufzumalen beginne, der weder lesen noch schreiben kann. Theoretisch ändert sich an meiner Wahrheit nichts, nur wird sich anhand von meinen Kritzeleien bei ihm auch nichts an seiner Weltvorstellung ändern. Höchstens, dass er nun denken wird, dass Strichpunkte „Gott“ weidergeben können, nur er’s nicht versteht.

Bleibt mir nur zu sagen, was auch schon so manch anderer vor mir sich erdachte und was ich allemal als universelle Wahrheit schlechthin betiteln möchte.

„Ich weiß, dass ich  nichts weiß“

Mit Verlaub möchte ich auch ein Fußnotenzitat hinzufügen.

„… und das ist auch gut so.“

Punktum

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