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This article was written on 12 Nov 2009, and is filled under out of time.

[Streikendenliste] “Bildungsstreik in vollem Gang” Frankfurter Rundschau

Stand: 12.11.2009 / 16:14
Alle Angaben ohne Gewähr!
Die folgenden Informationen stammen aus unterschiedlichsten Quellen, doch soweit möglich, wurden diese angegeben.

Als grobe Übersicht über die Vorgänge sollten zunächst folgende Anlaufpunkte dienen:


Unsere Unis auf einer größeren Karte anzeigen

Liste der streikenden Universitäten

zu den Unibesetzungen in Österreich und anderswo: www.unsereunis.at

  • Ein Interview zur Besetzung in Wien findet sich hier.

zu den Unibesetzungen in Deutschland: www.unsereunis.de

Unibesetzungen europaweit:

Zu guter Letzt gibt es auch noch ein Anzeichen von Internationalität:

Bei den Links habe ich auf Tweets verzichtet. Es sei einzig auf den schon oben genannten #unibrennt verwiesen.

Danke Österreich, für den Anfang!

Dank an Potsdam, die Berlin zeigten, wo’s lang geht.

Und dank an alle weiteren tausenden Menschen, die es wohl mittlerweile sind, die sich ganz oder zumindest ein bisschen dem Widerstand gegen neoliberal-intellektuelle Gleichschaltung verpflichtet fühlen.

Streikwahrnehmungen und -gedanken der letzten 24 Stunden

Es wird wieder protestiert. Ach wie wunderbar. Und einer kann mehr zwitschern als der andere, Haufenweise Informationsströme verbreiten dezentral, was eigentlich stattfindet. Doch langsam emergiert aus den vereinzelten Aktionen soetwas wie eine europaweite Bewegung. Ich habe einmal für mich versucht, so viel erreichbare Informationen wie möglich zu sammeln. Wer etwas damit anfangen kann; keine Zier.

Auch wenn dieser Streik wahrscheinlich bis Weihnachten sein Ende findet, bleibt er doch ein Symbol dafür, dass es noch andere Ideen, Utopien, Vorstellungen oder gar Menschenbilder gibt, die sich am öffentlichen Diskurs beteiligen wollen. Den Diskurspartner nenne ich jetzt einfach mal Neoliberalismus.

Könnte es denn möglich sein, dass das Paradigma der Konkurrenz und individuellen Selbstverwirklichung einem der Kooperation und Gemeinschaftlichkeit unterlegen wäre?

Vielleicht kommt dieses Thema (Bildung an Stelle von Konsumsucht) irgendwann einmal auch gegen den Selbstmord eines Fußballers an und es finden sich spontan 35.000 Menschen, ihre Solidarität zu bekunden.

Der friedlicher Protest, der gewaltfreie Widerstand, war schon die Haltung Ghandis, an den ich einmal mehr erinnern möchte:

Erst ignorieren sie dich. Dann lachen sie über dich. Am Ende gewinnst du.

So oder so ähnlich ist es von ihm überliefert. Und zeigt nicht das Verständnis des FU-Präsidiums, dass intelligentes Taktieren und Dialogbereitschaft eine Stimmung fördern, die Kooperationswillen zeugt?

Es steht folgende Aussage

Die Unileitung habe “großes Verständnis” für friedliche Formen des Protests und gegenüber den Besetzern Gesprächsbereitschaft signalisiert, erklärte der Sprecher des FU-Präsidenten. (Die Zeit)

mit anschließender Duldung der Besetzung durch das Präsidium einem Verhalten der Besetzer an der HU gegenüber, welches offensichtlich selbstverschuldet zur Einkesselung durch die Polizei führte:

Gleich zu Beginn wurden zwei Zivilpolizisten von der Moderation des Raumes verwiesen. Sie hatten sich unter die Zuhörenden gemischt, wurden jedoch sofort erkannt und verließen den Saal.

sowie

Als jemand die Dominanz der Parteiredebeiträge kritisierte, wurde ihm das Mikrofon von der derzeitigen Geschäftsführerin des SDS aus der Hand gerissen.

(beide Zitate Indymedia, d.h. selbsterstellter Content – die verwendete Sprache lässt es bereits vermuten)

Diese Handlungsweisen erzeugen eine Stimmung, und diese Stimmung wird für jeden spürbar. Dass das FU-Präsidium aus diplomatischen Gründen dem der HU keine Empfehlung aussprechen konnte, versteht sich, jedoch ging es mit gutem Beispiel voran.

Denn wenn auch der herrschaftsfreie Diskurs nicht erreicht werden kann, da wir in einer realen Kommunikationsgemeinschaft mit Partikularinteressen leben, zeigt doch der Versuch der FU-Streikenden, samt gender-quotierter RednerInnenliste und Erstrednerinnenrecht für Frauen, sollten zu viele Männer das Wort ergreifen, dass der Versuch sich lohnt. So gestattete das Plenum im Hörsaal 1a schließlich auch den Vize-Präsidenten der FU ohne Einschränkungen am Gespräch, zugegebenermaßen zu den für alle geltenden Regeln, teilzunehmen.

Der ausgestreckte Arm der Vize-Präsidentin, nach einem Redebeitrag nach dem Mikrofon greifend, wirkt dagegen harmlos verwirrt.

Ein kleiner Pressespiegel sowie eine etwas ausführlichere Analyse der Situation, ebenso im Kontext des vergangenen Streiksommers, sind in Planung.

Mögen die ECTS-Points mit euch sein.

Denken hilft.

Freie Bildung für alle!

jon ( jon.richter (ät) gmail.com )

One Comment

  1. […] sind schon wieder so viele Artikel gepostet worden, dass du nicht hinterherkommst. Meine Streikuniliste, die dabei entstanden ist, verweigert sich auf jeden Fall jeglicher Aktualität. Und dann die […]

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