stimulanzzirkel

Information

This article was written on 25 Nov 2008, and is filled under out of time.

Current post is tagged

, ,

* Gedankenwelten vernab von Systhemen – und doch wieder nicht */V2

Die Systemtheorie sie frisst und frisst und zwermartet en passent noch das ein oder andere Hirn.

Viel schöner wäre doch eine Welt zu denken, die uns mit Freude und Glück entgegentritt, Hass und Leid als immateriellen, geistigen Notwendigkeiten zumindest aber den körperlichen Schmerz entzieht. Ob das wohl geht, in einem psychophysiologischen System wie dem Leib? Man wird es sehen müssen.

Momentan lege ich sehr viel Hoffnung in moderne Gedankengebäude, die nicht durch stringente Theorie- und Modellbildung, sondern durch hypervariable, relationale Bezüge gekennzeichnet sind. Ich denke dabei an die im Zuge des ‘topological turn’ oder ‘spatial turn’ auftretende Rückbesinnung des Menschen auf seine Verfasstheit im Raum und der damit einhergehenden Neubewertung eben dieses. [1] [2]

Komischerweise polter ich gestern Abend in eine Vorlesung [3] ganz anderer Betrachtungsweise einer Kunst- und Kulturwissenschaftlerin aus London, die komischerweise ähnliche Schlüsse zieht und ein vollständig neues Vokabular zum Begreifen unserer heutigen Welt verlangt, ihre Grundtermini waren hierbei

  1. relational geography
  2. ich hätte mitschreiben sollen
  3. da war noch was wichtiges auf jeden fall.

Ihre Begrifflichkeiten haben es durch Überwindung der geographischen, ich möchte sagen topographischen, Gegebenheiten geschafft, eher themenbasierte Zugehörigkeiten aufzuspannen. Als anschauliches Beispiel galt die indische Callcenter-Mitarbeiterin, die mit einem städtischen Nordamerikaner aus Minneapolis telefoniert, der Probleme mit seinem Staubsauger hat. Sie ist faktisch verortet in Indien, virtuell jedoch auch in Minneapolis und zudem thematisch/inhaltlich bei Staubsaugerproblemen. Die metaphorische Ebene als weitere reale Dimension des Raums, ihres Ortes. (02.12.08)

(Was mich im selben Moment an die Verschränktheit der Quantenmechanik erinnerte, quasi Superposition. Im Kontext zu Herrn Fischdingsda, der neulich hier an der FU sprach, vielleicht in der Probabilität/Möglichkeit der Welt die wirkliche Geistigkeit; im sprachlichen, geistigen wirklich eine neue Realität, die die alte übertrumpft und dadurch neu definiert? wow—etwas, oder jemand, ist gleichzeitig an _zwei_ Orten. Raumzeit lässt grüßen!)

Soviel für heute, ich darf ja noch nicht alles verraten, alles nur gedankenskizzen…krakel krakel tabernakel

tschüss und bis gleich,

jon

1 http://www.jawiki.de/wiki/display/STI/Systemisch-topologisches+Institut

zur Erklärung: Thomas Latka ist der Verfasser eines Buches über die topologische Wende in der Systemtheorie (!) Ausgehend von seiner Internetseite [2] entdecke ich seit geraumer Zeit für mich und auch bald für andere Suzukis und Nishidas Verständnis von Ba und Basho. Der Ort und Raum ist mehr als das anthropogene Feld, das handelt.

2 http://www.jawiki.de/wiki/display/BA/Home

3 http://www.ici-berlin.org/de/event/nov-24-1930-lecture-by-irit-rogoff-performance-by-ana-hoffner/

I Update am 02.12.2008 / 20:54

2 Comments

  1. pitfisch
    26. November 2008

    lieber Jon.

    vieles lese ich aus deinem Beitrag…
    Zunächst ist dir die Ordnung etwas abhanden gekommen.
    Du verstrickst dich in Theorien, Mustern, Netzen, Gedanken,
    Skizzen, Wünschen und Werten, doch was kommt dabei raus?

    So strittig Theorien auch immer sein mögen,
    letztlich bieten sie den Versuch,
    Realität verständlich abzubilden (oder aber auch zu konstruieren).

    Bei deinen Fragmenten ist meines Erachtens unklar,
    was du eigentlich beschreiben willst.
    Genau das ist andererseits ein springender Punkt:
    Hältst du den Raum für das übergeordnete Prinzip unserer Wahrnehmung und
    unseres Zusammenlebens, dann wirst du auch entsprechende Modelle finden,
    die den Fokus darauf legen.

    Dein Weltbild wird wissenschaftlich redundant gefestigt, der Kreis schließt sich.

    Ich könnte alle geosophen an der Nase herumführen und behaupten, dass der Raum heutzutage eine so untergeordnete Rolle spielt, dass wir ihn als Kategorie vergessen können.
    Denke nur mal an Medien und wie sie uns “die Welt nach Hause holen.”

    Sowohl Geographie als auch Philosophie können keine Distanz zu ihren wissenschaftlichen Prinzipien aufbauen um sich selbst zu entlarven und womöglich zu emanzipieren.
    Ist das der Dekonstruktivismus?

  2. Thadeus Protz
    2. December 2008

    “alles nur gedankenskizzen…krakel krakel tabernakel”

    ritze ratze, abgeschaffte

    sinnmechanismen.

    Das Gedankengut liegt mir schwer im Magen, will sich nicht so leicht von selbst verdauen. Da wird also noch etwas Magensäure nötig sein…

    Es erscheint mir so, als gäbe es unterschiedliche Begriffe vom “Raum”. Und genau deswegen spreche ich von einer Neubewertung, einer Neudefinition des Raums. Was für Möglichkeiten wollen wir ihm unterstellen, wie soll er geschaffen sein? Erst dann können wir uns über eine Relevanz eben dieses Raumbegriffes, auf den wir uns geeinigt haben, unterhalten.

    Ich bewege mich an einer gefährlichen Grenze, der Grenze versuchter, imitierter Wissenschaftlichkeit und meiner ganz persönliche Welterfahrung, vermischt in einem Ganzen. Es will keine Wissenschaftlichkeit sein, sie überwinden, und bedient sich doch ihrer Techniken (Definition) und ihrer Sprache (was die Wortwahl betrifft).

    So also mein Konflikt: Worauf wollen wir hinaus? Was an der Welt wollen wir anders beschreiben, um was damit zu erreichen? Welche neuen Handlungsfelder wollen wir den Menschen als Folge unserer Erkenntnisse eröffnen? Selbst welche routinierten, angestammten Verhaltensweisen müssen wir womöglich abändern?

    DAS sind die Fragen, die mich interessieren. Letztlich sind wir dazu da, die Lücken, die wir in bestehenden Systemen, Modellen, Anschauungen oder sonstwie benannt, zu erkennen, mit eigenem, nachvollziehbaren Gedankengut zu füllen und schließlich zur Disposition zu stellen.

    Neues Handeln, New Way, Transhumanismus, Post-Postmoderne oder wie das nicht alles heißen kann. Das Rad neu erfinden werden wir nicht, aber wir können die Gefühle unserer Umwelt gegenüber beeinflussen, indem wir beeinflussen, was wir wahrnehmen. Denn, so glaube ich unbeirrt, die Freiheit unserer Aufmerksamkeit, unserer Achtsamkeit kann uns niemand, den Fokus zu lenken auf, “wonach uns gerade ist”.

    Im Sinne der Freiheit liebe Grüße ans Zwischennetz,

    jon

Leave a Reply