stimulanzzirkel

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This article was written on 10 Okt 2007, and is filled under Berlin.

Zu Hause

Jeden Morgen, wenn ich aufwache, schaue ich mich erst um, hoffend, dass ich erkenne, woher die Geräusche herkommen, die mich meist sanft erwachen lassen. Erst durchströmt ein tiefer Bass meinen Körper und etwas später erkennt mein Geist, was die helleren Töne zu sagen haben. Irgendein eingängiges Lied erklingt aus dem dreisten Radio oder vom digtalen DJ Shuffle, der sich aus meinem Musikarchiv bedient.

Ja, es ist ein neuer Tag ist angebrochen und mit einem flüchtigen Blick aufs trigitale Uhrwerk erahne ich auch die Tagesaufgabe . Je später am Tag desto eher ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Wahrnehmung länger braucht, um zu erkennen, was das Tagewerk mir aufträgt. Einige Erinnerungen an den letzten Abend oder die letzte Nacht kommen ins Gedächtnis, als ich die Dinge um mich herum erspähe. So langsam weiß ich, dass ich mich nocheinmal umdrehen kannt, da ich mir immer mehr Zeit zum Aufstehen gebe, als mir gut tut.

Der Traum, der sich mir eröffnet, durchwandert ruckartig noch einmal die letzten Erinnerungsbruchstückeaus, vorgebend begleitet von schrillenden Taktgebern. Mich über-windend, bewälltige ich das Aufstehprozedere und sich mich umzingelt von Dingen, die ich schon längst nicht mehr brauche, kurz- oder langfristig.

Nachdem ich alle störenden Lärmquellen zum Schweigen gebracht habe, ist mein taktvoller Schritt der netten Fahrschulmusik zuzuschreiben und ich tänzel nun endlich badwärts. Rückblickende Informationen lassen beim Dokotieren meinen Cortex hochfahren, mein Körper belebt sich beim Wasserbad. Rhythmisch bewege ich die Zahnbürste zur Musik und lasse den triefenden Corpus mittanzen.

Bei der Tageskleidung überlasse ich meiner Stimmung die tagbestimmende Wahl. Meist habe ich keine sonderliche Lust Haufen zu durchstöbern und nehme einfach Neue von unten aus den Stapeln, da sonst einige Stücke nie das Tageslicht erblicken. Eine Frisurvariation ergibt sich aus dem Blick in den Schrankspiegel.

Nun bleibt mir nur die erneute Überprüfung des Tagesgeschehens und ich rüste mein Gepäck den Bedürfnissen aus. Allerlei Krimskrams befindet sich in nahezu jeder Tasche an meinem Körper. Gut so, sonst hätte ich im richtigen Augenblick das Fehlende nicht dabei und wozu sonst hab ich so viele Aufbewahrungsmöglichkeiten. Reichlich Wissenswertes, ob wiedergebend oder produziert, ist ständig mein Begleiter und gibt mir Möglichkeiten kurze oder lange Weilen auszunutzen. Selbst Lauschen und Beobachten wird zum Schauspiel der Gegenwart und eh ich mich versehe, wache ich erneut, wie aus einem Tagtraum auf und erkenne, das auch dieser sicherlich wundervolle Tag sich dem Ende neigt und ich es wieder nicht hinbekommen habe in die Zeit einzuwirken, sondern, wie gewöhnlich, mich von ihren Wellen hab treiben lassen.

Was bleibt sind Erinnerungen an einige schöne Melododien, die im Laufe des erhellten Tages an mein Ohr drangen. Auf dieser Woge von Eindrücken nehme ich mir allerhand Dinge für den nächsten Tag vor und stelle umqualmt die Geräuschsender auf die gewünschte Tageszeit. Umnebelt von Gedanken und Dunkelheit gleitet mein Geist unbemerkt von dannen bis er angelockt vom sanften Bass sich wieder in meine Glieder senkt.

2 Comments

  1. pitfisch
    11. Oktober 2007

    Alles Gute zum Einstand!

    Bleibt die Erkenntnis, dass wir Menschen zu viel Macht haben, um sie einfach an uns vorbeifließen zu lassen…

    jajaja…
    Ich schwimm‘ hier in nem ziemlich breiten Fluss entlang
    komm vorbei
    an hohen und tiefen Ufern
    Irgendwann
    schonmal wär ich fast untergegang‘
    doch wie es lief,
    so ist es auch wieder vergang‘

  2. Thadeus Protz
    17. Oktober 2007

    hehe, ich dachte erst, du hättest dis geschrieben, alex.

    aber neeee. heyho! ma schaun, ob ich benni nun auch zum texten kriege. KRRRRRIEEEEGEEE.

    uhh, krasser sound.

    übrigens schöne details, die da so mitschwingen. ne fairness den dingen gegenüber.

    Meist habe ich keine sonderliche Lust Haufen zu durchstöbern und nehme einfach Neue von unten aus den Stapeln, da sonst einige Stücke nie das Tageslicht erblicken.

    schön.

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