stimulanzzirkel

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This article was written on 25 Okt 2007, and is filled under out of time.

Von der Kunst, nein zu sagen.

Ich sage nein.
Beim ersten Mal verzerren sich die Mundwinkel,
die Augen kneifen sich reflexartig zusammen
wie um sich zu verstecken – doch es gibt kein Zurück.
Nein.

Beim zweiten Mal geht es schon leichter von den Lippen und
es schmerzt nur noch etwas im Unterkiefer.
Nein.

Beim dritten Mal findet es wie gespült seinen Weg aus mir heraus und
die Scham verlagert sich vollends ins Gewissen.
Nein.

Es ist wie mit jeder Sucht, mit jeder Droge.
Die pure Ablehnung kickt einfach nicht mehr so wie früher,
aber das is längst kein Grund aufzuhören.

Eigentlich geht es jetzt erst richtig los, denn:
Erwachsenwerden ist die Verdrängung des Ja durch das Nein.

Aber wenigstens wird überhaupt irgendetwas entschieden.
Bis man nur noch nein zum Leben sagen muss.

5 Comments

  1. DISCOnnected
    26. Oktober 2007

    mensch alex, da muss ich dir aber mal kurz wehement widersprechen.

    wie kommst du denn darauf, dass das erwachsenwerden der weg zum nein ist? akzeptieren fällt dem menschen schwer, aber doch nicht abgrenzen?

    haste denn nich waking life gesehen?

    merkwürdig. was passiert bei dir?

    paul kommt vielleicht nochma rum.

  2. HARRY
    26. Oktober 2007

    Hmm… um nein oder ja zu sagen.
    Ich denke, dass ich auch mittlerweile lernen muss nein, statt immer ja zu sagen. Ist ne wichtige und zu gleich schwierige Lektion, aber es zeigt einem was einem dann für andere Dinge passieren, anstelle der ewigen Begutheißung von Gegegebenheiten.

    Ab und zu freue ich mich sogar und erkenne den Zusammenhang, dass so kleine Wörtchen mit sehr viel bedeutung doch erheblichen Einfluss auf meine Entscheidung und deren Durchsetzung haben.
    Merkwürdig ist nur das Gefühl, das dadurch auch immer etwas verloren geht. Nicht nur in der Ablehnung der Möglichkeit, sondern viel eher das Risiko eine sehr schöne oder schwerwiegende Erfahrung zu machen, selbst Banalität ist eine Folge meiner Entscheidung.

    Kommt es dann darauf an, sich der Folgen bewusst zu sein und dann zu sortieren, an welcher Stelle nun man doch eher die Negation des Verlangens durchgesetzt hätte?

    Nun ja, wie auch immer.

    Meine Aufgabe ist nun wieder einmal zu beweisen, dass ich auch zu dem Geschriebenen stehe und nun doch ins Wohlgemach gehe.

  3. pitfisch
    2. November 2007

    „merkwürdig. was passiert bei dir?“

    Was passiert denn bei euch?

    Bei Paul bin ich mittlerweile halbwegs der Ansicht zu glauben, sein Leben – wenn auch nur ausschnittsweise – nachvollziehen zu können. Obwohl das ja noch nicht mit verstehen oder gar begleiten gleichzusetzen ist.
    Ich sehe zumindest, dass er auf dem Weg ist.

    Ich fühle, dass ich es auch bin.

    Wenn ich DEN Weg sage, dann meine ich das nicht absolutistisch oder wertend als den einzig wahren, richtigen oder besten Weg.
    Nur den Favorisierten.
    Wenn es auch mittelfristig nur ne Abkürzung durch nen dunklen Wald sein kann, den irgendwer vorgeschlagen hat und man darauf wartet, möglichst bald wieder auf den bevorzugten Weg zurückkehren zu können, zählt das natürlich genauso.

    Bei Dir Jon… tja ich glaube bei Dir bin ich raus. Also klar, du gehst auch nen Weg, das steht fest, aber wohin, warum und mit wem.?
    Pass auf Dich auf, damit Du nicht auf der Strecke bleibst.

    Vielleicht sieht man Dich ja am 9. November.

  4. Thadeus Protz
    4. November 2007

    9. november?

  5. pitfisch
    4. November 2007

    Absolventenball.

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