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This article was written on 17 Sep 2007, and is filled under out of time.

Farbenspielerei

Durch das ganze Farbenjonglieren gelange ich wohl noch nicht zu einem Text. Also was will ich von dieser Seite? Und vor allem, was will ich dann noch von almereyda. und ge-hirn.de? Als hätten mir meine vergangenen Monate nicht genügend Input gegeben, der hier zum Output wird.

Hier mal zwei, drei Bilder auf flickr, dann wieder angefangene Textfetzen, die nicht fertig werden wollen. Und hinter all dem keine Veröffentlichungsidee, kein Wunsch nach Öffentlichkeit. Wie kann ich da an einem öffentlichen Ort publizieren, wo ich meine Gedanken doch für mich behalten will? Schließlich sind sie ja in sich konsistent – und mir brauche ich sie ja auch nicht zu erklären.

Welche Magie des Schreibaktes ging mir zusammen mit meinem fotografischen Blick abhanden? Andersherum gefragt: Welches Gefühl erlangte ich beim Schreiben, beim Fotografieren, welches mich jetzt nicht mehr reizt? War es nur „l’art pour l’art“ einfach deshalb, weil ich mir einbildete, etwas den Menschen zeigen zu müssen, wo ich sonst nichts hatte? Oder hatte ich eine Nachricht, die ich mit künstlerischen Mitteln verpackt unter die Menschen bringen wollte?

Und wennja, wie lautet diese Nachricht heute? Denn offensichtlich schreibe und fotografiere ich noch.

Beiden Aktivitäten eigen ist der Archivierungsaspekt. Das geschriebene Wort kann erneut gelesen, das Bild erneut betrachtet werden, unabhängig von Raum und Zeit. Wir lösen uns von den physikalischen Begrenztheiten akustischer wie elektromagnetischer Wellen und erhalten uns die ihnen innewohnende ästhetische Essenz.

Das Gefühl, die Farbe, der Klang, die Harmonie, die Geometrie, etc. – alles ästhetische Betrachtungsweisen, nur beschreibende Sichtweisen der Welt. Nicht die Welt.
Aber doch erhaschen wir mit jedem kleinen gesammelten Fragment einen Augenblick Vollkommenheit. Und den hinterlassen wir dann in seiner uns erscheinenden Essenz, wie einer Form oder einer Melodie, um anderer Menschen Sinne für diese Spuren zu sensibilisieren.

„Guck mal, was Ich kann!“

Als stünden wir auf einem Jahrmarkt und jeder ist ein Händler, der dem anderen die Wahrheit (meistbietend) verkaufen will. Wie haben wir hier je eine Chance, den Scharlatan vom Erlöser zu unterscheiden? Worin zeigt sich die Wahrheit im Alltag und wovon hebt sie sich ab?

— kurzes begriffsbrainstorming // wahr-heit, wahr-nehmen, wahr-scheinlich, sich etw. ge-wahr werden —

Was ist dieser Gedanke des Wahren, den wir in die Welt gebracht haben? / Sinnesreize, die unser Nervensystem ‚akzeptiert‘ und die Filter zum Bewusstsein passieren lässt. Jetzt liegt es also an uns, diesem Filtern einen bewussten oder unbewussten Aspekt zuzuordnen.

Letztlich: Entscheidet das Bewusstsein, was es wahrnimmt, oder wird es vom Unbewussten mit Wahrzunehmendem ‚beliefert‘?

— melodisches brainstorming // wahrheit, freiheit, heit-er-keit —

Das Unbewusste fühle ich als Gewohnheit, Instinkt; evolutionär gesehen vielleicht als bewährte Handlungsweisen zu überleben. Mehr nicht. Das Bewusstsein nimmt sich dagegen raus, für’s Neue zu stehen, der Veränderung gewahr zu werden und diese Information zu verarbeiten. Wer sagt einem denn, dass mit dem Erprobten alle Möglichkeiten zu handeln erschöpft sind?
Nicht was ist, ist die Frage, sonder vielmehr, was noch nicht ist: Wohin willst du mit deinen Sinneseindrücken? Zu welchem Zweck benötigst du Informationen? Was willst du erreichen?

Diese Perspektive vermittelt dir deinen groben Rahmen, nach dem du deine Welt ordnest. Was ist von Belang, was nicht. Schwarz-Weiß – was nehme ich wahr, und was nicht? (Interessant auch im Zusammenhang mit dem Wort Chance…“eine Chance wahrnehmen“.)

Gedanken sind Luft, imaginär. Was zählt ist die Handlung, die sie hervorbringen. Nicht meine Phantasie hält euch meine Gedanken hier fest, sondern der Akt des Schreibens. Nicht die Bilder an sich sprechen von der Welt, sondern das schießen und präsentieren, denn alles geschieht stets im Kontext. Die Handlung erzählt also nicht nur etwas von sich selbst, sondern auch davon, dass sie überhaupt möglich ist.

(Dieser Text erinnert mich die ganze Zeit irgendwie an: „Warum ist überhaupt etwas, und nicht vielmehr nichts?“)

In den Möglichkeitsbedingungen einer Aktion, einer Handlung, steckt die Welt an sich. Mindestens einen Handelnden muss es geben, ebenso wie einen Raum und eine Zeit, die ihm Möglichkeiten zur Interaktion bieten, z.B. materieller, physischer Natur. Und selbst beim Sprechen, wobei wir uns auf die Worte und die übertragene Botschaft mehr als auf unseren Körper konzentrieren, versetzen wir die Luftmoleküle in Schwingungen.

Aber ich war bei Wahrheit und worin ich sie für mich festmache. Letztlich ist sie eine Entscheidung, was ich will.

Bau sie dir nach deinem Muster, doch sei dir der Reaktion deiner Umwelt bewusst, wenn du darauf bestehst, sie umzusetzen. Denn darin besteht ja ihr Anspruch, ihre Wirklichkeit: Dieser Gedanke ist wahr, deshalb darf ich nach ihm handeln.

Insofern sind Wahrheit und Moral einerlei, obwohl es unterschiedliche Begriffe dafür gibt: Im Endeffekt äußern sie sich in deinen Handlungen. Aus deinen Möglichkeiten nun im richtigen Moment die richtige auszuwählen ist nun eine kleine Aufgabe für deine Konzentrationsgabe, mehr nicht.

Wähle deine Prioritäten gut, und du wirst belohnt werden.

Praktische Philosophie, ha, wie ich über diesen Begriff lache. Philosophische Praxis, ja, das liegt mir schon eher.

Ob mir diese paar Absätze mal wieder eine Richtung zeigen? Wir werden es sehen.

bis gleich,

jon

2 Comments

  1. Thadeus Protz
    17. September 2007

    was will ich eigentlich sagen? verdammt, ich bin sooo unklar.

  2. Thadeus Protz
    22. September 2007

    😉

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