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This article was written on 04 Okt 2007, and is filled under out of time.

Die Deutsche Sprache.

Gestern, zum Tag der deutschen Einheit, flanierte eine ganze Völkerwanderung über den neuen Stadtplatz Schöneweide. Kleine Grüppchen langsam gehender Menschen, die sich die Welt zeigen.

Für mich war immer das typisch Deutsch: sich gegenseitig die Welt zu erklären. Wofür anderes scheint diese Sprache geschaffen? Sachlich und genau in der Beschreibung formt diese Sprache ein sehr detailliertes, sprachliches Netz, um Phänomene zu bezeichnen. Klare Bilder, die sich selbst erläutern, zum Beispiel mein gegenwärtig favorisiertes; die analytische Lähmung.

–random thought
Wer von Sprache redet, kann dies nicht tun, ohne das für sie notwendige Organ zu erwähnen, die Stimme.

Im Mund und Rachenraum angesiedelt, legen sich dank des Kehlkopfes Schwingungen verschiedenster Frequenzen auf unseren Atem und machen diesen dadurch für unsere Mitmenschen hörbar. Da bestimmte Frequenzen anscheinend besonders energiesparend erzeugt werden können und sie auch unserer Resonanzmasse entsprechen, hat sich die menschliche Stimme in einem gewissen Spektrum angesiedelt, aus dem der Mensch seine Laute, Geräusche, Töne usw. hervorbringt.

Die für unsere Sprache benötigten Grundlaute finden sich in unserem Alphabet wieder. Doch dieses bekommt mit dieser physischen Betrachtungsweise einen recht interessanten Sinn:

So habe ich den Eindruck, als seien die Buchstaben, die wir schreiben, Erregungsmuster für unsere Gesichtsmuskulatur.

Zum selberversuchen hier ein paar Ideen: zum Aussprechen eines Fs formt man einen Kanal zwischen den Lippen und atmet durch diesen kräftig aus, die Linien des Buchstabens repräsentieren dabei den Luftstrom, bei einem W vibriert unsere Lippe über die ganze Breite, wieder der Luftstrom, ein G macht irgendwas mit dem Unterkiefer und dem Kehlkopf, hierbei ein ganz anderer Luft-, nunja, eben nicht mehr -strom sondern vielmehr -hauch (?)(Vielleicht auch „gepresste Luft“?).

Einfach ein Gesicht von vorne oder von der Seite unter dem Buchstaben vorstellen und gucken, ob’s Sinn macht.

Was es wohl brächte, sich mit diesem Gedanken weiter zu beschäftigen? Haben wir vielleicht schon längst unser eigenes, westliches yoga und wissen es nur noch nicht?

Vielleicht können Atem- und Sprachbewusstsein in unserem Kulturraum ja doch noch anstrebenswerte Wege sein, wenn zur Beschreibung des Nutzens daran eine konkretere Sprache vorliegt.

Wie klar und nüchtern darf man sein?

3 Comments

  1. HARRY
    5. Oktober 2007

    Die Frage ist vielmer wie weit ist jeder bereit neue Laute in sein Vokabular oder Frequenzspektrum auzunehmen. Denn eine Sprache, mit der jeder sich mit der Beschreibung des Nutzens beschäftigen kann, würde jede dem Menschen mögliche Frequenz beinhalten, auch eine rein gedankliche, die ja die Voraussetzung für Kommunikation und Informatzjon ist.

    Aber du könntest recht haben mit deiner These. Buchstaben verleihen dem Menschen schon den Eindruck sie müssten jetzt etwas nachbilden. Man lernt es ja von Grund auf seinen Mund und seine Stimmbänder speziell zu bewegen, wenn ein bistmmtes Zeichen vor einem zu sehen ist.

    Welche Schrift nun der gesprochenen Sprache am nächsten kommt, vermag ich nicht zu sagen, denn dazu fehlt mir das Fachwissen. Jedoch ist das Schriftbild einer Sprache auch ein halbwegs logisches Modell, wie mit der Sprahe umzugehen ist. Da verbirgt sich sicherlich auch so einiges, wenn man Logik und Stil mit einander vergleicht, was ich mir an dieser Stelle aufspare.

    Klar und nüchtern bei der Frage nach dem westlichen Yoga kann man nicht bleiben. Es ist nicht anzunehmen, dass sehr bald Ruhe einkehren wird im westlichen Sprachraum. Zusehr drängen verschiedene Sprachen in Unterschiedliche Sachgebiete ein, die noch lange nicht all das wiedergeben, was noch mit der Sprache möglich ist, von der Denk- und Verhaltensweise mal ganz abgesehen.

    Zum Ende ein fröhliches Alphabet sprechen

  2. Alex
    5. Oktober 2007

    Von der These ausgehend müsste man sich ebenso fragen, ob nich alle Buchstabenformen irgendetwas mit Gesichtsausdruck zu tun haben.

    Hier sage ich ganz klar nein. Welch Anstrengung müssten dann wohl die Chinesen mit ihren Gesichtern vollbracht haben?

    Auch die Thailänder wären wohl sehr gesichtsgelenkig.

    Nein nein, so wird da kein Schuh draus.

    Wie sind denn die Buchstaben entstanden? Ich würde sagen aus einer Art Zeichensprache, die vorher eine Bildersprache war. Da gab es also Zeichen für die Elemente, für Wildes Getier, Mutter, Vater, oder wie das damals hieß und so weiter. Nicht umsonst bezeichnen die asiatischen „Buchstaben“ oftmals ganze Wörter.

    Zur Vereinfachung der bereits komplexen Sprache wurden dann einzelne Buchstaben draus, die kombiniert wurden.

    Laut Jons Theorie hätten aber die Buchstaben direkt aus den Lauten entstehen müssen, was ich etwas kurz gedacht finde, weil unser heutiges Alphabet einfach schon zuviel mitgemacht hat.

    Letztlich noch ein kleines Contra: Wenn ich „Jott“ sage und meinen Mund jottartig verziehe, dann passt das vielleicht, aber in Portugal wird das Jott ganz anders ausgesprochen, muss das ausgesprochen dann immenroch wie ein Jott aussehen?

  3. Thadeus Protz
    17. Oktober 2007

    so kurz vor’m schlafen gehen hier noch ein paar kommentare:

    * „in unserem Alphabet“ schrieb ich ja nicht ohne grund, nur mal wieder zu unpräzise. ich meinte natürlich das lateinische alphabet. die asiatischen schriftsprachen sind ja ganz anders aufgebaut. im chinesischen ist, wie ich heute lernte, jedese zeichen eine ganze silbe. mit vokal, konsonant und tonverlauf. alles schon sehr anders. von der schriftsprache wollen wir gar nicht erst sprechen. (sagte die lehrerin. erstmal.)

    * ich komme nicht dran vorbei, einen weiteren komischen eindruck mit einzubringen: sind nicht unsere sätze, wörter und buchstaben einfach nur aneinandergereiht? einfache listen bestimmter zeichen in hoher konzentration? und auch eine grafische form? kam mir komischerweise schon vor den aneinandergeklebten chinesischen silbenzeichen.

    aber wenn ja: eine liste wovon? was eint die zeichen um „o“, um „p“, um „s“ ? warum beginnen z.b. mehr wörter mit „s“ als mit „l“?

    …vielleicht mal mehr…

    jon

    ps: alex, ich finde interessant, wie du deine argumentation aufbaust. lies mal deinen ersten satz und dann deine folgenden neins. ich find’s ulkig, wie schnell wir manche schlüsse ziehen. welche konkret, weiß ich jetzt nicht, aber das, dass ich oft auch die grenze der nachvollziehbarkeit überschreite.

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