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This article was written on 23 Nov 2006, and is filled under out of time.

Schlafende Brüder und Schwestern

Night Illumination

Eine Überschrift bleibt mir also von der letzten Nacht. Ein klang, vielleicht soetwas wie eine Idee, aber noch nichts fertiges. Ich weiß nur eins: ich schreibe zu wenig. Nicht nur hier.

Zu viel Zeit ging gestern dafür verloren, dieses Bild zu finden. flickr sei Dank ist das ja heutzutage nichtmehr allzu schwer. Bietet einem dann aber auch die Möglichkeit, sich darin zu verlieren. Und ich bin dem lockenden Ruf gerne gefolgt.

Komischer Moment gerade: Wann habe ich eigentlich das letzte Mal vor einem Bildschirm gesessen, und wirklich etwas zu sagen gehabt? Ich meine, ich erinnere mich doch selbst, wie ich noch vor wenigen Jahren schreiben konnte. Immer mit der Vorstellung eines Publikums im Kopf. Selbst bei einem Projekt wie meinem Tagebuch.
Obwohl es diesem Namen nicht wirklich gerecht wird. Bei jedem halt anders. Unterstütz vor allem durch mein kleines Gedankenbüchlein, in dem sich nur fast fertige Gedankenskizzen finden. Anschlusspunkte für etwas anderes.

Und hier finde ich dann also den oben begonnenen Beitrag mit seiner mir im Moment doch arg mystischen Überschrift „Schlafende Brüder und Schwestern“. Nicht einmal mir selbst gibt der Text darunter einen Hinweis, eine Spur darauf, wohin ich mit diesem Gedanken vorher alles gelangt war. Immer dieses verdammte freie Assoziieren. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste.

Nun muss ich mir also doch mal eine Fährte legen. Am besten demnächst. Einfach konkreter werden. Wozu noch um die Dinge herumreden, wo sie doch eigentlich so klar sein sollten? Es liegt an mir, dafür eine Sprache zu finden. Und das geht nur durch Ausprobieren.

Verdammt.

Ich glaube, ich schreibe momentan für niemanden. Ich rechtfertige mich nur noch vor mir selbst, warum ich mir erlauben kann, ständig abzuschweifen, ständig wolkig zu bleiben. Warum fang ich nicht einfach an? Was lässt mich überhaupt noch Fragen stellen?

Wenn ich schon inhaltlich nichts zu sagen habe, sollte es mir doch wenigstens möglich sein, formell einen eigenen Stil zu etablieren. Und schon stehe ich wieder am Anfang: Was mache ich hier eigentlich und wofür? Wie vor allem?

Ich selbst als Thema bin mir hier nicht genug, dafür finde ich Briefe besser geeignet. Über was soll ich also sprechen? Mit meiner Ansicht der Welt bin ich soweit zufrieden, dass ich sie niemandem mehr abstrakt aufdrücken muss, da reicht sie mir in konkreten Momenten.
Ich weiß dann schon, was zu tun ist.

Außerdem kann ich nicht jedem die Erfahrung abnehmen, die ich selbst machen musste. Einige Dinge brauchen eben Zeit. Und wer Hoffnung hat, wie ich, badet in Zeit.

Neulich kam mir eine Idee in den Kopf, was ich noch gemeint haben könnte, damals, als ich diese Überschrift schrieb. Oder zumindest bin ich jetzt dazu bereit, dem eine Bedeutung zu geben.

Wir schlafen. Auch wenn wir wach sind. Allgegenwärtig versetzen wir uns in einen schlafenden Zustand, damit sich bloß nichts ändern muss. Jeder auf seine Weise.

Mir verwandte Geister, nach denen ich ja suche, verhalten sich da nicht anders als ich bisher:
Wozu eine Mitteilung machen, wozu sich entblößen vor „den anderen“, die allgegenwärtig sind?

Es bleibt also nichts anderes übrig, als sie zu „den seinen“ zu machen. Sie sich einzuverleiben in ihrer Verschiedenartigkeit. Was dabei herauskommt?

Eine wirkliche Reaktion auf den anderen Menschen. Und vor allem eine ehrliche. In der Umkehrung hilft es mir auch dabei, von mir geschätze Dinge zu entdecken und vor allem auch zu benennen. Sie der Außenwelt vorzustellen.
Sich der Kritk stellen, um selbst Kritik üben zu können. Aus den Unterschieden entsteht dann Identität.

Sie schlafen nur, meine Brüder und Schwestern, weil ich sie zu dem werden lasse. Aber die wachen Menschen sind schon längst da. Nach etwas zu suchen, das sich per se nicht finden lässt, hehe.

Vielleicht wollt ich’s einfach nur versucht haben.

Nun also zu den realen Möglichkeiten. In der wirklichen Welt Entwicklung hinterlassen.

Und immer nur geht’s um mich. Ihr könnt also noch ein bisschen warten, bis ich bei euch ankomme, aber ich verspreche schonmal, dass ich mich zumindest auf den Weg mache.

Ciao und bis bald

jon

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