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This article was written on 16 Sep 2005, and is filled under Riga.

Leben?

Ich kann dem hier ja kaum einen Titel geben, wenn ich doch noch gar nicht weiß, was ich schreiben werde. Aber es sind schon komische Tage hier, das kann ich vorausschicken.

Verwirrend, irgendwie, noch gar nicht richtig in Berlin angekommen zu sein und dann schon wieder dort zu verschwinden. Ein wirkliches Leben im traditionellen Sinne habe ich ja im Moment nicht wirklich, dafür aber ein Leben. Es ist schon komisch, wie der Lauf der Zeit manchmal mit einem spielt.

Fast ohne Wurzeln hangel ich mich an meinen Wurzeln entlang und versuche daraus das Beste zu machen. Nehmen was kommt, was auch immer kommen mag. Eine andere Chance habe ich ja gar nicht mehr, denn zu viel meiner Freiheit stand schon zu früh fest. Und jetzt bin ich auch bald schon fast wieder zurück. Und dann aber auch wieder nicht. Das wird schon ein ordentlicher Terror.

Leben in Wochenabschnitten, einfach herrlich. Hier mal ein Stück hiervon, dort mal davon und am Ende flicken wir das alles zusammen und gucken was dabei herauskommt. Ich nehme ja an, ich. Nur leider kann man sich dessen ja nie so sicher sein. Mal schau’n, was kommt, sage ich.

(Ein anderer Satz, den ich häufig sage, ist: Alkohol ist schlecht für die Menschen.)

Schnickschnack, flickflack, zickzack. In etwa die präzisesten Wörter, mit denen ich beschreiben kann, was mit mir, in mir und um mich herum so die letzten Wochen und Monate geschehen ist. Das ist doch alles schon nicht mehr real. Das Saharawiarmreif an meinem linken Arm ist mit die letzte verbliebene Reliquie, die mir sagt, dass ich das wirklich erlebt habe, dass das alles wirklich geschehen ist. Ansonsten würde ich wohl vollkommen durchdrehen. (Vielleicht auch verständlich, habe ich doch seit Wochen auch keine Lebenszeichen mehr von Mireia. Wer weiß wie sich das – von selbst – entwickelt hat. Ich bin einfach nicht up-to-date. Tststs. Immer legger bleiben, sach ich da nur.)

Da verbringt man also einen Haufen Zeit da draußen in der freien Wildbahn und ist der Antwort auf die essentiellen Fragen nicht einen Schritt näher gekommen. Aber hey, wenigstens habe ich neue Fragen gefunden. Also nicht, dass mir langweilig wäre, nein nein, um mich herum und in mir selbst passiert so einiges, dass ich momentan noch nicht einmal so richtig begreifen kann. Ich muss erst selbst Worte dafür finden, bevor ich weiß, was ich eigentlich meine.

Ein Traum, mehr ist das alles wahrscheinlich gar nicht.

Ich bin in Riga, ha! Es ist etwa fünf Uhr Ortszeit, ha! Ich bin in einer anderen Zeitzone, ha! Mehr als 3.000 km von Barcelona entfernt, ha!

Das ist doch alles nicht wahr, das ist doch alles nicht wahr…

(Ich werde jetzt abbrechen, da sich jemand in die Warteschlange des Rechners eingereiht hat und ich dem straffen Typen mal seine Minuten geben will. Bin ja nicht so.)

Bis später also in einem anderen Leben,

Jon

One Comment

  1. pitfisch
    17. September 2005

    Hallo Jon.

    Du weißt, alles sehr nichtssagend, was du schreibst, und doch ist es so viel.
    Aber wahrscheinlich ist das der gemeinsame Weg, der mich erkennen lässt, was du denkst, wenn ich denn das überhaupt für mich beanspruchen darf.

    Bin ja jetzt auch irgendwo angekommen – ob das das Leben ist?

    Momentan bist auch du noch unterwegs, ein Beobachter, der entwurzelt schaut, was ihm passt oder was nicht.

    Kann mir vorstellen, dass du dich nach Ruhe sehnst, denn so gehtes mir zur Zeit. Ruhe, Klarheit, ein wenig Zeit um alles zudurchschauen, denn roh ist es zu wirr.

    Dann kommst du nach Hause und der Stress der Veränderung setzt ein. Erkenntnis, dass Ruhe so schnell nicht einkehrt.

    Dazu nochein Ratschlag aus Magdeburg:
    „Schreib alles auf was damit zu tun hat, denn es wird sicherlich interessant.“
    Nicht nur für andere, auch für dich um es mal insgesamt wirken zu lassen.
    Ich hoffe zuminşest, dass du bald wieder hier bist. Unter Anderem zum Austausch, der mir wichtig erscheint´.

    Genieße die Zeit in Riga!

    Love, Peace & Braşno!
    Ich glaube ich kümmer mich mal um den Abend…

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