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This article was written on 21 Nov 2005, and is filled under Dresden.

Der erste Schnee.

Sonnabendmorgen und was kommt da vom Himmel? Schnee!

Er ist von mir jetzt also feierlich eröffnet, der kommende Winter. Das dazu passende Frieren hier in der Nordstraße habe ich ja schon, auch wenn sich das in einer Woche gelegt haben wird.

Eine Woche, dann bin ich drüben, hinaus in einen eigenen Lebensraum. Bis jetzt muss ich mich ja auf eine virtuelle Existenz in Dateien auf meinem Rechner verlassen, viel anderes bleibt da nicht. Kein Raum, auch mal einen Stapel irgendwo liegen zu lassen, keine persönliche Ruhe durch die Umgebung. Das Eigene fehlt halt.

Die letzte Woche in wohnlicher Abhängigkeit. Ein Abgesang auf eine Episode der ganz besonderen Art. Wann hat man denn schonmal solch einen Lebensstil, auf einem Hochbett? Diese zwei Monate werden immer speziell bleiben. Aber vielleicht lässt sich das ja auch toppen, das wird sich zeigen.

Schon merkwürdig, dass genau in diesen Zeitraum jetzt mein Treffen mit Thomas kommt, einem Franzosen aus Montpellier. Und passend dem dortigen Freigeist. Seine Philosophie hier auszubreiten ist mir natürlich noch nicht möglich, aber ich hatte an diesem Sonnabendabend einen schönen Flashback an das, was es heißt, sich unter den Sternen Südeuropas zu bewegen. Das Licht wirkt, man merkt es einfach.

Jeder, der Kulturunterschiede leugnet und Zusammenhänge negiert, um alles auf Persönlichkeiten abzuwiegeln, trägt Scheuklappen. So viel zu meiner Sichtweise.

Ja, sie ist da, die Kultur! Es gibt sie wirklich! Ja, und es ist ein Geschenk sie genießen zu können! Und gerade darum sollten wir sie genießen, anstatt zu „meckern ohne etwas zu tun“. Wer meckert, verliert. Keine Opfer. Immer schön im Hinterkopf behalten, dann kann auch nichts schief gehen.

Wie sage ich manchmal so schön: Kalibrierung der subjektiven Realitäten. Es geht nicht darum, einen echten Realitätsbegriff zu haben, aber man sollte einen besitzen, den man vertreten kann und in dem es sich angenehm leben lässt. Alles andere ist, für mich zumindest, zweitrangig.

Dazu aber vielleicht später mehr.

Genießt erstmal die schmelzenden Schneemänner auf den Straßen.

Jon

One Comment

  1. pitfisch
    22. November 2005

    Sommer, Südeuropa, Kulturunterschiede…Scheuklappen!?

    Die Nachwirkungen beeindrucken mich doch ganz schön.
    Bitte gib Bescheid, wenn ich beim Umzug helfen kann!

    Skatalites am kommenden Dienstag im Kesselhaus…

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